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Blogreihe zum Jubiläumsjahr „200 Jahre Albert“: Albert's Kindheit

Dieses Jahr ist Coburg.Rennsteig in royaler Feierlaune! Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha wäre im August 2019 genau 200 Jahre alt geworden, auch seine Frau Victoria hätte in diesem Jahre jenen runden Geburtstag groß feiern können. Aus diesem Anlass berichten wir jeden Monat über interessante Fakten aus dem Leben der beiden Adeligen, die mit der Region Coburg.Rennsteig so viel verbunden haben. Im ersten Beitrag soll der Fokus auf die Geburt und frühe Kindheit Alberts gelegt werden.

Schloss Rosenau in Rödental bei Coburg © Henry Czauderna | thueringen.info

Schloss Rosenau im August 1819

Im Juli 1817 heiratete Herzog Ernst I von Sachsen-Coburg und Saalfeld die junge Herzogin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg. Eine lange erwartete Eheschließung, bei der Herzog Ernst I. fast doppelt so alt war, wie seine Frau Luise, die zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre zählte. Der Nachwuchs sollte nicht lange auf sich warten lassen. So wurde im Juni 1818 der erste Sohn Erbprinz Ernst II. geboren. Nur 14 Monate später gebar Luise am 26.8.1819 ihren zweiten Sohn, Albert. Die Geburt fand in den Morgenstunden im idyllischen Schlosspark Rosenau, unweit der Stadt Coburg entfernt, statt. Schon während seiner Geburt einte Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha eine Gemeinsamkeit mit seiner späteren Frau: beide wurden mithilfe der Hebamme Dr. Charlotte Siebold zur Welt gebracht. Eine Amme übernahm, wie im Adel üblich, fortan die Pflege des Säuglings Alberts. Im Schloss Rosenau wurde Prinz Albert zudem getauft.

Tipp: Die Baby-Wiege des jungen Prinzen Albert ist auch heute noch im Schloss Rosenau zu besichtigen!

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Blick in den Riesensaal Schloss Ehrenburg

Frühe Kindheit des Prinzen in Coburg

Seine Kindheit verbrachte Albert in enger geschwisterlicher Gemeinsamkeit mit seinem Bruder, Erbprinz Ernst II. So wird Ernst II. später berichten, dass die beiden bis Ende der 1830er Jahre nicht einen Tag getrennt waren. Im Winter wohnten Albert und Ernst, umgeben von Kinderfrau, Erzieher und Dienstschaft sowie unter den Augen ihrer adeligen Eltern im Schloss Ehrenburg. Im Sommer weilte der Coburger Hof vor den Stadtmauern Coburgs im Rödentaler Schloss Rosenau, welches von einem hübschen Landschaftspark umgeben ist. Albert bezeichnet diese Zeit später noch als schönste seines Lebens. Im Winter, während der Zeit auf Schloss Ehrenburg, verbrachten die herzoglichen Jungen gerne ihre Zeit mit Schlittenfahren – von der Veste Coburg herunter durch den Hofgarten.

Wussten Sie, dass die Farben Rosa und Blau erst zu Beginn der 1900er Jahre symbolisch für Mädchen und Jungen und damit geschlechterspezifisch wurden? In Alberts Kindheit war es also durchaus üblich, dass er mit einem rosa Babyhäubchen und rosa Seidenschühchen gekleidet wurde. Die Grundfarbe war allerdings Weiß. Kleinkinder beider Geschlechter trugen übrigens selbstverständlich Kleidchen, so auch die Prinzen Albert und Ernst. Die Kinderbekleidung der jungen Prinzen wurde, wie auch in vielen anderen Familien üblich, in Erinnerung aufbewahrt – auch um sie gegebenenfalls nachfolgenden Generationen zu überreichen.

Tipp: Die Kunstsammlungen der Veste Coburg sind im Besitz einiger dieser Kleidungsstücke aus Prinz Albert’s Kindheit und können dort betrachtet werden.

Portrait von Prinz Albert © Georgios Kollidas / Stock.Adobe

Erziehung und Verbindung zu den Eltern

Die Eltern übernahmen nur einen Bruchteil der Erziehung, waren sie doch vielmehr mit Regierungsaufgaben beschäftigt. Die emotionale Distanz zwischen den Prinzen und den Eltern war auch durchaus erwünscht. Im Alter von 4 bis 5 Jahren wurde die Erziehung von Amme und Kinderfrau an den Vater und einen Lehrer übergeben – in die männliche Welt der Erziehung. Die jungen Prinzen sollten vor zu viel „Verzärtelung“ im Frauenzimmer bewahrt und an den männlichen Umgang gewöhnt werden und täglich eine Stunde geistige Nahrung erhalten. Ab 1823 übernahm diese Aufgabe für 15 folgende Jahre Christian Florschütz. Albert und sein Bruder Ernst II. bewohnten fortan zusammen mit ihrem Erzieher Florschütz ein Zimmer direkt unter dem Dach im Schloss Rosenau. Zum Haushalt der Prinzen gehörte außerdem noch ein Diener. Florschütz beschrieb das Ziel seiner Aufgabe und den Kern seines christlich-humanistischen Erziehungskonzeptes später darin, „Gesundheit, Brauchbarkeit und Tugend“ in den Prinzen zu wecken.

Im September 1824 führte die Trennung von Ernst I. und Luise dazu, dass Alberts Mutter Luise den Coburger Hof verlassen musste. Albert und sein Bruder sollten sie ihren Lebtag nie wiedersehen – die Scheidung im Jahr 1826 brachte nämlich nicht nur den Verzicht auf ihr Erbe mit sich, sondern auch den Verzicht auf ihre Kinder. Die Großmütter wurden daraufhin mehr in das Leben der Prinzen integriert. Die Enkel haben sie häufig besucht und in den Sommermonaten wurde der Hof regelmäßig für mehrere Wochen nach Gotha, in den nahegelegenen Sommersitz Reinhardsbrunn, verlegt.

Vater Ernst I. war immer viel auf Reisen. Seine Söhne durften ihn erst später auf Reisen begleiten und so freuten sie sich im jungen Alter immer sehr über die Mitbringsel, wie Steine und Naturalien, die liebevoll gesammelt wurden.

Tipp: Die Sammlung der Naturalien, welche wurde von Jahr zu Jahr immer größer und später auch durch Zukäufe erweitert wurde, bildete den Grundstock für das heutige Naturkundemuseum Coburg. Bei einem Coburg Besuch sollte dieses Museum nicht auf Ihrer Agenda fehlen!

Schloss Rosenau umgeben von einem wunderbaren Landschaftspark © Bayerische Schlösserverwaltung/Rainer Herrmann/Ulrich Pfeuffer/Maria Scherf

Bildung, Wissen und Unterrichtspläne des jungen Alberts

Ab dem 6. bis 7. Lebensjahr erhielten Albert und Ernst II. täglich Unterricht, beginnend mit einer Stunde am Tag und einer kontinuierlichen Steigerung der Stundenzahl im Rahmen des Älterwerdens. Im Alter von 14 Jahren umfasste der royale Stundenplan, bei einer 6-Tage-Woche, 50 Stunden. Wobei davon ausgegangen wird, dass diese Stundenzahl nicht allzu oft erreicht wurde aufgrund von Besuchen und ausgedehnten Frühstückspausen. Der Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen gehörte schon früh zum Bildungsprogramm der jungen Prinzen. Florschütz war immer darauf bedacht, dass die herzoglichen Zöglinge den Spaß am Lernen nicht verlieren. Albert und Ernst II. lernten Französisch, Englisch und Latein. Bereits im Alter von 10 Jahren verfasste Albert Briefe an seinen Vater in französischer Sprache. Weiterhin stand auf dem Stundenplan Religion, Geschichte, Geografie, Philosophie, Mathematik und Deutsch. Künstlerischen Unterricht erhielten Prinz Albert und sein Bruder vom herzoglichen Hofmaler Sebastian Eckardt. Ihre Zeichnungen waren durch den gelernten Umgang mit zeichnerischen Techniken ihres Alters nicht entsprechend: sie waren viel besser!

Schriften und Zeichnungen aus der Schule- Und Studienzeit der Prinzen gingen 1998 im Rahmen der Schenkung Cohns an die Kunstsammlungen der Veste über.

Tipp: Unter bavarikon.de/prinz-albert ist die virtuelle Ausstellung „Prinz Albert, England und Europa“ freigeschaltet, wo Besucher zu 6 Themenbereichen ausführliche Informationen erhalten. Unter anderem sind dort auch einige Kinderzeichnungen zu finden.

Übersicht zum Jubiläumsjahr " 200 Jahre Prinz Albert"

Prince Albert & Queen Victoria
Prince Albert & Queen Victoria
Im Jahr 2019 feiert die Urlaubsregion Coburg.Rennsteig den 200. Geburtstag von Queen Victoria und ihrem Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Die Besucher erwartet 2019 deshalb ein breites Angebot rund um das Herzogspaar.
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