Suchen & buchenSuchen & buchen

Suchen & Buchen
Laura Göldner vor dem Prinz Albert Denkmal auf dem Coburger Marktplatz

Albert's Faszination für die Wissenschaft

Herzlich Willkommen im Blogbeitrag des Monats Juni. Schön, dass Sie wieder dabei sind und ich halte mein Versprechen und befasse mich dieses Mal mit einem Themenkomplex zu Albert: Albert und die Wissenschaft.

Wissensdurst, Bildung und Wissenschaft wurden Albert nahezu in die Wiege gelegt, denn schon in der Kindheit erhielt er eine umfängliche Erziehung. Sie erinnern sich bestimmt an den ersten Beitrag des Blogs – die Kindheit Alberts​​​​​​​!

Ehrenburg Coburg

Naturwissenschaften faszinierten Albert von klein auf

Während der Erziehung und auch später während der Studienzeit entwickelte Prinz Albert vor allem ein naturwissenschaftliches Interesse und eine entsprechende Sammlung. Damit stand er in einer naturwissenschaftlich-akademischen Tradition in Coburg seit dem 18. Jahrhundert. Am Gymnasium Casimirianum gab es bereits eine Sammlung und auch Alberts Großvater, Herzog Franz Anton von Sachsen Coburg und Saalfeld, sammelte. Dieser Tätigkeit ging auch Albert nach. Doch welche Art von Dingen sammelte Albert? Er verbrachte viel Zeit in der Natur, entdeckte dabei beispielsweise Gesteine und Fossilien und bewahrte diese in Schloss Ehrenburg auf. Diese Sammlung wurde um eine Bibliothek mit Standardwerken ergänzt. Von ihrem Taschengeld kauften die Prinzenbrüder zwischen 1832 und 1836 auch Vogelbälge und ließen sie ausstopfen. 1837 nahm Albert sein Studium verschiedenster Fächer der humanistischen und naturwissenschaftlichen Bildung in Bonn auf und ergänzte die Sammlung um Vulkanite aus der Eifel. Auch von seiner Kavalierstour aus Italien brachte er 1839 Gesteine und Mineralien vom Vesuv mit. 1840 zog Albert nach Großbritannien. Doch auch von dort kümmerte er sich um die Sammlung, das sogenannte Naturalienkabinett. So brachte er 1845 bei einem Besuch in seiner Heimat verschiedene Fundstücke mit, wie Fossilien aus dem Lias.

Albert folgte bei der Sammlungstätigkeit zwei Grundsätzen, der Wissenschaft und der größten Gewissenhaftigkeit. Ein Ergebnis sind die angefertigten Inventarbücher seiner Sammlung.

Das Naturkunde-Museum Coburg

Naturkundemuseum Coburg, Außenansicht vom Hofgarten aus

Mit diesem naturwissenschaftlichen Interesse stand Albert ganz in einer Bewegung des 19. Jahrhunderts. Universitäten sowie Adelshäuser gingen einer regen Sammlungstätigkeit nach. Mit dem Erstarken des Bürgertums, zunehmender Forschungsreisen, der Industrialisierung und der Wissenschaft wurden eine Reihe von Naturkundemuseen eröffnet. So auch das Coburger Naturkunde-Museum.

Waren Sie schon einmal im Naturkunde-Museum, das sich heute am Hofgarten befindet? Das Museum hat eine lange Geschichte: 1844 wurde das schon erwähnte Naturalienkabinett, zu dem Albert und sein Bruder, Ernst II., einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aufgrund von Raumnot wurde das Kabinett auf die Veste Coburg verlegt und wurde 1864 unter Ernst II. eröffnet. 1900 erweiterte Alberts Sohn, Alfred, die Sammlung und benannte sie in herzogliche naturwissenschaftliche Sammlung um. 1913 eröffnete Herzog Carl Eduard das Museum am Hofgarten. 1920, nach Ende des Herzogtums, ging die Sammlung in den Besitz der „Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen“ über. 1992 erhielt das Museum unter Dr. Werner Korn und Dr. Eckhard Mönnig den heutigen Namen „Naturkunde-Museum Coburg“.

Möchten Sie anhang interaktiver Modelle mehr über Vulkanismus, Erdgeschichte und Evolution erfahren? Oder auf den Spuren von Queen Victoria und Prinz Albert in England und Schottland wandeln? Dann besuchen Sie das Coburger Naturkunde Museum!

Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha und das Naturkunde-Museum Coburg

Albert und die Weltausstellung

Spielzeugmuseum Sonneberg Gulliver © Steffi Rebhan | Motiv: Spielzeugmuseum Sonneberg
Weltausstellung Spielzeugmuseum Sonneberg © Steffi Rebhan | Motiv: Spielzeugmuseum Sonneberg
Deutsches Spielzeugmuseum Ausßenansicht © Störfix [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Spielzeugmuseum Sonneberg Gulliver © Steffi Rebhan | Motiv: Spielzeugmuseum Sonneberg
Weltausstellung Spielzeugmuseum Sonneberg © Steffi Rebhan | Motiv: Spielzeugmuseum Sonneberg
Deutsches Spielzeugmuseum Ausßenansicht © Störfix [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Nicht nur Alberts Naturalienkabinett wurde schließlich der Öffentlichkeit präsentiert, er sorgte auch für die erste Weltausstellung 1851. Die Idee trug die Royal Society of Arts an Albert heran, der schnell weitere Unterstützer fand. Die „Great Exhibition of the Works of Industry of all Nations” wurde mit zahlreichen Ausstellungsstücken aus vielen Ländern 1851 im Londoner Hyde Park als erste weltweite Industrieausstellung gezeigt.

Dafür bauten Joseph Paxton und Charles Fox extra ein Gebäude. Dieses gewächshausähnliche Bauwerk erhielt schnell den Namen Kristallpalast und gilt als eine der ersten Glas- und Stahlkonstruktionen weltweit. Millionen Menschen konnten darin Objekte aus den Kategorien Maschinen, Rohstoffe, Fabrikate und bildende Kunst betrachten. Eine Neuheit war beispielsweise der Telegraf. Die Aussteller verfolgten die Ziele der Vereinheitlichung des Welthandels und neuer Absatzmärkte. Wussten Sie, dass auch Vertreter aus der Region Coburg beteiligt waren?

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region zwischen Coburg und Gotha zur Spielzeugregion. Rohstoffe, Arbeitskräfte und Hersteller boten dafür optimale Voraussetzungen. So präsentierten sich die Spielzeughersteller auch auf der Weltausstellung. Die Figurengruppe „Gulliver in Lilliput“ vom Kaufmann und Fabrikat Adolf Fleischmann hergestellt, wurde beispielsweise gezeigt.

Sie wollen eine Nachbildung besichtigen? Dann besuchen Sie das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg!

Der Sonneberger Handelsverein stellte außerdem ein Schaustück eines Volksfestes in der Region vom Fotografen und Zeichenlehrer Nicolas Horn aus.

Wenn Sie mehr über das Volksfest und dieses Schaustück erfahren wollen, dann besuchen Sie das Coburger Puppenmuseum. Denn dort zeigt die Initiative Stadtmuseum eine Ausstellung dazu.

The story of the Great Exhibition – Part 1

Sie sehen, es gibt in und um Coburg viel über Albert und die Wissenschaft zu entdecken. Sie haben in diesem Beitrag schon einen Eindruck von der Zunahme der industriellen Entwicklung bekommen. Auch die Medienlandschaft erhielt einen deutlichen Aufschwung zur Zeit Alberts und Victorias. Erfahren Sie mehr im nächsten Beitrag.

Bis bald Ihre Laura Göldner, M.A.