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Spielzeughersteller, Pappmaschee bei Marolin(R) in Steinach, Urlaubsregion Coburg.Rennsteig © MAROLIN (R)

Manufakturen: Hier gehen nur Schmuckstücke von der Hand

Was ein Schmuckstück wertvoll macht, ist einfach zu erklären. Denn in der Regel zeigt sich sein Wert daran, dass es etwas Vergleichbares nur selten oder gar nicht gibt. In einem Schmuckstück steckt meist eine alte Handwerkskunst, über Generationen weitergetragen und verfeinert, entstanden und lebendig erhalten durch Erfindergeist und die Liebe zum Produkt.

MAROLIN® in SteinachParadebeispiel für eine traditionelle Manufaktur ist Marolin® aus Steinach. Seit über 115 Jahren werden hier Figuren aus dem gleichnamigen Material hergestellt. Aus vier verschiedenen Materialien besteht die streng geheim gehaltene Rezeptur für Papiermaché, aus der hauptsächlich Krippen- und Lichterfiguren, Christbaumschmuck und Nostalgiespielzeug entstehen. Alles wird von Hand geformt und handbemalt. An die Stelle automatisierter Abläufe und Qualitätskontrollen tritt das Gefühl von Formengießern und Figurenmalern, Liebe zum Detail und vor allem Zeit. Auch Restaurationen meist wohlgehüteter Familienschätze gehören inzwischen zum Spektrum der Steinacher Manufaktur, deren filigrane und detailreiche Figuren inzwischen von Liebhabern in der ganzen Welt geschätzt werden.Handgefertigte HolzspielschiffeEbenfalls aus Steinach kommen handgefertigte, schwimmfähige Holzspielschiffe und historische Schiffsmodelle. Ende des 19. Jahrhunderts packte den Kaufmann Otto Greiner Alex Sohn die Leidenschaft für Schiffe während seiner Lehr- und Wanderjahre an der deutschen Küste, in den Niederlanden und in England. So verwendete er 1898 seine Initialen zur Gründung einer Spezialfabrik für Holzspielschiffe. Bis 1939 lieferte die OGAS®-Fabrik fast 100 verschiedene Spielschiffe und ein breites Sortiment historischer Schiffsmodelle in alle Welt. Heute werden alle Modelle ausschließlich in Handarbeit, aus einheimischen Hölzern und nach den im Familienbesitz verbliebenen alten Plänen, Modellen und Verfahrensweisen gefertigt. Rund 130 verschiedene schwimmfähige Holzspielschiffe, und eine breite Palette an historischen Schiffsmodellen, Geschenkartikeln und Windjammer werden von deutschen und internationalen Käufern geschätzt.„Der Bär mit dem laufenden Hund“Im Coburger Stadtteil Cortendorf wird noch eine Tradition gepflegt, die 1913 im damaligen Bergdorf Neufang nahe der Weltspielzeugstadt Sonneberg ihren Ursprung nahm. So wie damals, als die Geschwister Arthur, Adelheid und Max Hermann eine Spielwarenfabrik gründeten und die Genre-Teddybären zu ihrer Spezialität machten, werden noch heute die plüschigen Spielkameraden hergestellt. Dreieinhalb Stunden dauert es im Schnitt, ehe der Hermann-Teddy mit der typischen Halsmarke samt Motiv „Bär mit dem laufenden Hund“ verplombt und für den Transport verpackt werden kann. Zum Einsatz kommen über 80 verschiedene Mohair-Stoffe, die je Exemplar in 20 Teile geschnitten werden. Schneiden, nähen, stopfen – alles geschieht in Handarbeit. Einzelne Tätigkeiten wie etwa das Gestalten von Nase und Pfoten sind speziellen Fachkräften vorbehalten, die über eine besonders lange, einschlägige Erfahrung verfügen. So viel Sorgfalt und Liebe zum Detail schlägt sich nieder in zahllosen internationalen Designauszeichnungen und Sammlern auf der ganzen Welt.