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Martin Luther in Coburg

"Denn es ist besser, mit eigenen Augen zu sehen als mit fremden!" (Martin Luther)

Lutherzimmer in der Veste Coburg © Kunstsammlungen der Veste Coburg
Tuer zum Lutherzimmer auf der Veste Coburg © Kunstsammlungen Veste Coburg
Veste Coburg Innenbereich bei einer Wanderung
Lutherzimmer in der Veste Coburg © Kunstsammlungen der Veste Coburg
Tuer zum Lutherzimmer auf der Veste Coburg © Kunstsammlungen Veste Coburg
Veste Coburg Innenbereich bei einer Wanderung

Martin Luther hält die Schöpfung für das gelungene Werk eines wohlwollenden Gottes und sagt das auch öffentlich. Deshalb liegt er im Clinch mit der katholischen Kirche und dem Kaiser, einem bislang unangefochtenen Machtgespann. Als sich immer mehr Fürsten und Glaubensvertreter Luthers Auffassung anschließen, handelt er sich dafür die Reichsacht, die  Aberkennung praktisch all seiner Lebensrechte, ein. 

Dennoch sucht er den Konsens und findet Unterstützung bei Johann dem Beständigen, sächsischer Kurfürst und Herr über die Veste Coburg. So findet Luther in der südlichsten Bastion des protestantischen Glaubens 1530 einen sicheren Zufluchtsort, als die Weiterfahrt zum Reichstag in Augsburg lebensbedrohlich wird.

Heute bekommt man im Lutherzimmer und in der Lutherkapelle auf der Veste einen Eindruck von den Gefühlen und Lebensumständen Luthers, der während seines sechsmonatigen Aufenthalts dort viele Momente der Verzweiflung erlebt haben muss. Ein halbes Jahr lang bleibt Luther, predigt in der Morizkirche, steuert von der Veste aus die Verhandlungsführung der Protestanten in Augsburg und übersetzt hier die Bibel ins Deutsche. In eine Sprache, die alle verstehen, die bislang vom Wissensmonopol der Fürsten und Bischöfe ausgeschlossen waren. Ausdrücke wie „ein Buch mit sieben Siegeln“ oder „Perlen vor die Säue werfen“ gehen auf Martin Luther zurück. Schon Jahre zuvor etablieren sich evangelische Gottesdienste, in der Stadtkirche „Unserer Lieben Frauen“ in Heldburg haben sie 1522 sogar ihre Premiere.

Dass es am Ende gut ausging für den rechten Glauben, wird heute auf viele Arten in der Region Coburg.Rennsteig gewürdigt. Das Lutherhaus in Sonneberg, ein ursprünglich in Judenbach an der alten Handelsstraße gelegenes Schrothaus, wurde einst an den Schönberg umgesetzt und dient heute als sehenswertes Ausflugsziel. Luthertrunk und Lutherschnitzel sind eine kulinarische Hommage an den Reformator, der selbst gerne aß und trank. 

Die Stadtkirche St. Johannis in Bad Rodach, wo 1529 ein protestantisches Verteidigungsbündnis geschlossen und so der Frieden bewahrt wurde, ist Teil des Lutherweges, der auf den Spuren des Reformators über 1.000 Kilometer durch Thüringen und in den Etappen 13 bis 19 zu bedeutenden Plätzen der Reformation in der Region Coburg.Rennsteig führt.

Bayerische Landesausstellung 2017

An Originalschauplätzen porträtiert die Bayerische Landesausstellung anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation 2017 mit „Ritter, Bauern, Lutheraner“ die Zeit um und nach 1500, einer Epoche des Umbruchs und Aufbruchs.

Bayerische Landesausstellung Coburg 2017 © Bayerische Landesausstellung © Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg / Entwurf: graficde’sign pürstinger, Salzburg

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 entführt die Bayerische Landesausstellung ihre Besucher in diesem Jahr unter dem Titel „Ritter, Bauern, Lutheraner“ in die Epoche zwischen Spätmittelalter und Neuzeit. 

Gezeigt wird die Bayerische Landesausstellung 2017 am originalen Schauplatz: Der unter Reichsacht stehende Martin Luther weilte 1530 sechs Monate auf der sicheren Veste Coburg und verfolgte von dort die Ereignisse des Augsburger Reichstags. Neben den Lutherzimmern warten wertvolle und beeindruckende Objekte, die von einer Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs zeugen. Kostbare und ungewöhnliche Originale aus jener Zeit, Kunstwerke von Dürer, Cranach und vielen anderen Meistern, eindrucksvolle Inszenierungen und moderne Ausstellungstechnik machen deutlich, was die Menschen bewegte und was davon noch heute Einfluss auf uns hat.

Herzogsgrabmal im neuen Glanz

Die spätgotische Morizkirche mit dem einzigartigen Herzogsgrabmal der Spätrenaissance und den frühklassizistischen Einbauten des 18. Jahrhunderts präsentiert sich in neuem Glanz. Zugleich erleben die Besucher die zentrale Coburger Stadtkirche, in der bereits 1524 Gottesdienste in der neuen lutherischen Form stattfanden, als lebendige Kirchengemeinde und einen authentischen Aufführungsort geistlicher Musik. Eine Reihe von Konzerten wird während der Landesausstellung den Kirchenraum zum Klingen bringen.

Details und Informationen

Tourismus und Stadtmarketing/Citymanagement Coburg
Herrngasse 4
96450 Coburg
Telefon: 09561 / 89-8000

Orte: Veste Coburg & Kirche St. Moriz
9. Mai bis 5. November 2017,
täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene 12,00 €
Ermäßigt (z. B. Senioren, Studenten, Gruppen ab 15 Personen) 10,00 €
Familienkarte 24,00 €
Kinder und Jugendliche von 6 – 18 Jahren 2 €

Führungen für Gruppen
Bis 15 Personen 60,00 € zzgl. Eintritt
Ab 15 Personen 4,00 € pro Person zzgl. erm. Eintritt

Luther und Reformation erleben im Rodachtal

Mit gleich 4 Sonderausstellungen zu Luther und der Reformation ist das Rodachtal der Geheimtipp in 2017.

Veste Heldburg im Sommer © Hagen Lehmann

Neben der Bayerischen Landesausstellung wurde am 27. Juni 2017 auf der Veste Heldburg im Deutschen Burgenmuseum  „Ein feste Burg – Luther und die Burgen“ eröffnet. Die Ausstellung zeigt bis zum 5. November 2017 wie Luthers Lied entstand und welche Bedeutung es in den letzten Jahrhunderten entwickelte. Um das Thema auch für Kinder, Jugendliche und Familien erlebbar zu machen, wurden spezielle museumspädagogische Programme entwickelt. Auf dem Lutherweg in Heldburg wurde zudem von der Initiative Rodachtal eine Geocachingtour angelegt, die viel Wissenswertes über die Reformation im Rodachtal erzählt. Wer es lieber persönlich möchte, kann thematische Stadtführungen in Heldburg und Bad Rodach buchen. 

Zwei kleinere Ausstellungen im Stadtmuseum Eisfeld „Luther allerorten - aber wo bleibt Justus Jonas?" (21. Mai bis 10. September 2017) und im Zweiländermuseum Rodachtal „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (31. August bis 31. Oktober 2017) runden das Angebot an Ausstellungen ab. Dazu kommen aber viele weitere Veranstaltungen und Führungen.

Dass Luther kein Kostverächter war, weiß man. Daher kann man die Zeit der Reformation im Rodachtal auch kulinarisch erleben. Ebenso lassen Pauschalen wie das Schnupperpilgern auf dem Lutherweg die Gäste auf Luthers Spuren wandeln.

Das besondere am Lutherweg im Rodachtal ist die mehrmalige Überquerung der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Werden Sie zum Grenzgänger und erleben Sie 500 Jahre deutsche Geschichte im Rodachtal und die einmalige Natur des Grünen Bandes.

Details und Informationen

Trägerverein Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg e. V.
Burgstraße 1
98663 Bad Colberg-Heldburg
+49 36871 21210

Öffnungszeiten:

Sommer (April bis Oktober)
Mo geschlossen (außer Feiertage in Thüringen)
Di-So 10:00-17:00 Uhr

November bis 6. Januar
Mo geschlossen (außer Feiertage in Thüringen)
Di-So 10:00-16:00 Uhr

Januar bis März
An den Wochenenden von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Die Burg ist an Feiertagen in Thüringen (außer dem 24. und 31. Dezember) geöffnet.

Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung des Museums.

Ein Drehort des Lutherfilms in Coburg.Rennsteig: die Veste Coburg © NFP media rights

Drehorte des Films "Luther" in Coburg.Rennsteig

Jahrhundertealte Stadtsilhouetten, verträumte Fachwerkhäuser und ursprüngliche Landschaften verzaubern nicht nur Einheimische und Gäste, sondern auch die Filmemacher!

Im Frühjahr 2002 wehte ein Hauch von Hollywood durch das Heldburger und Coburger Land, als „Shakespeare in Love“-Star Joseph Fiennes mit hochkarätigen Schauspielerkollegen hier mehrere Drehtage lang als Martin Luther vor der Kamera unterwegs war. Der Historienfilm „Luther“ unter Regie von Eric Till ist eine deutsche Filmproduktion der NFP mit internationaler Starbesetzung und kam 2003 in die Kinos. Neben Joseph Fiennes als Martin Luther spielten mit: Sir Peter Ustinov als Kurfürst Friedrich der Weise, Bruno Ganz als Johann von Staupitz, Claire Cox als Katharina von Bora, Uwe Ochsenknecht als Papst Leo der X. und Mathieu Carrière als Kardinal Cajetan. Gedreht wurde in drei Ländern. Unter anderem auch in Coburg.Rennsteig: Ummerstadt, Heldburg, Seßlach, Ahorn und Coburg! 
Erleben Sie die Drehorte hautnah bei einem Besuch im Rodachtal und Coburg. Sie können sich aber auch schon vorab die Filmszenen auf www.reformation-im-rodachtal.de ansehen.

Ummerstadt
Geschäfte mit der Sündenangst: Das fränkische Fachwerkstädtchen diente als Kulisse für Jüterbog, wo Johann Tetzel den Ablass predigte. Auch Wittenberg wurde hier in Szene gesetzt.
Heldburg
In der Pfarrkirche in Heldburg erließ Alfred Molina als Ablasshändler Tetzel den verängstigten Menschen ein paar Jahre im Fegefeuer.
Ahorn | Schloss Hohenstein
Hier feierte Martin Luther Film-Hochzeit mit Katharina von Bora, einer aus dem Kloster entlaufenen Nonne.
Seßlach
An der alten Steinbrücke wurden die 95 Thesen gelesen. Außerdem wurden hier Bücher verbrannt und Luthers Gegner zogen durch ein Stadttor.
Veste Coburg
Die Burghöfe, der Treppenaufgang und der Bulgarenturm dienten als Kulisse. Anstatt auf der Wartburg übersetzte Luther für die Leinwand hier das Neue Testament.