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Schaumburgfest mit Markt und Rittersleuten im Schaumberger Land in der Urlaubsregion Coburg Rennsteig

Spuren des Mittelalters in der Region Coburg.Rennsteig

Kaum eine Epoche übt auf Menschen unserer Zeit eine so große Faszination aus wie das Mittelalter.

Die Epoche zwischen dem Zusammenbruch des römischen Weltreichs und vor dem aufkommenden Humanismus ist in unserer Vorstellung geprägt von stolzen Rittern, prächtigen Burgen und märchenhaften Stadtkulissen zwischen hohen Mauern, Wehrgängen und malerischen Fachwerkhäusern. Nur in ganz wenigen Orten ist dieses Bild heute noch so vollständig, dass es umfassenden Einblick in die Lebensbedingungen der Menschen im Mittelalter gewähren kann. Ein solches lebendiges Museum ist, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft zu beiden Seiten des Rodachtals, die Stadt Seßlach. Die Altstadt ist noch ganz von ihrem Mauerring samt der drei Tortürme umgeben, der im 14. Jahrhundert befestigt und bis ins 17. Jahrhundert ausgebaut wurde. Von praktisch allen Seiten herrscht freie Sicht auf die Stadtmauer, deren Außenbereich frei von neuzeitlichen Bausünden geblieben ist. Auch der Stadtkern mit alten Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen ist noch so gut erhalten, dass er immer wieder als Drehort für Historienfilme wie etwa „Luther“ und „Der Räuber Hotzenplotz“ dient.
Stadtansicht von Seßlach in der Urlaubsregion Coburg.Rennsteig im Nebel

Mittelalterliches Seßlach

Beim Spaziergang durch Sesslach wird die ganze Fülle Jahrhunderte alter Gebäude und Sehenswürdigkeiten deutlich. Schräg gegenüber des historischen Rathauses am Marktplatz befindet sich die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer aus dem späten 13. Jahrhundert. Rechter Hand steht das ehemalige fürstbischöfliche Amtsmagazin, gegenüber der ehemalige Getreideschüttboden mit dem heutigen Heimatmuseum, das Exponate und Dokumente von der Stadterhebung 1335 bis in die jüngste Vergangenheit zeigt. Auch außerhalb der Altstadt befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie etwa die barocke Friedhofskapelle, die Stadtmühle, die Rodachbrücke mit Nepomukfigur und Kreuzigungsgruppe sowie Schloss Geiersberg aus dem 12. Jahrhundert.

Fachwerkhäuser, Ortsansicht von Ummerstadt im Rodachtal

Heldburger Land

Ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammt ein weiteres, in alter Pracht erstrahlendes Wahrzeichen des Rodachtales. Die imposant auf einem 405 Meter hohen Vulkankegel errichtete Veste Heldburg wird aufgrund ihrer exponierten Lage über dem gleichnamigen Ort auch „Fränkische Leuchte“ genannt. Seit kurzem beherbergt sie das Deutsche Burgenmuseum, das detailliert die Entwicklung, Funktion und Nutzung von Burgen überregional vom Mittelalter bis heute darstellt.

Die Kleinstadt Heldburg mit ihren verträumten Gassen und Plätzen ist geprägt von Fachwerkhäusern im fränkischen Stil. Von der Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert sind noch große Teile, darunter 5 der einst 14 Türme und eines der beiden Stadttore erhalten. Die spätgotische Stadtkirche, das Pfarrhaus und das Rathaus bilden den Mittelpunkt des denkmalgeschützten Stadtkerns. 1394 erhielt der Ort das Stadtrecht. Im südlichsten Winkel des Heldburger Unterlandes liegt Ummerstadt, mir nicht einmal 500 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands. Aus dem 9. Jahrhundert stammt die noch gut erhaltene romanische Wehrkirche mit Vorturm und Maueranlagen „St. Andreas auf dem Berg“. Sie soll um das Jahr 880 von schottischen Mönchen angelegt worden sein. 1990 wurde die gesamte historische Altstadt von Ummerstadt als Flächendenkmal unter Schutz gestellt, auch sie war den Machern des Kinofilms „Luther“ hoch willkommen.

Bis zurück ins 10. Jahrhundert reichen die Ursprünge der Veste Coburg, die aufgrund ihrer Ansicht von Südwesten auch “fränkische Krone” genannt wird. Die weithin sichtbare und sehr gut erhaltene Veste erhebt sich mit ihren gewaltigen Mauern und Türmen hoch über der Stadt. Mit einer Ausdehnung von 135 mal 260 Metern Sie zählt zu den größten, vollständig erhaltenen Burganlagen Deutschlands. Die Veste wurde seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1225 kontinuierlich als militärische Anlage ausgebaut und niemals erobert. 1530 bot sie über mehrere Monate Reformator Martin Luther Schutz und Basis für die Unterstützung seiner Anhänger. Heute beherbergt die Veste Coburg die herzoglichen Kunstsammlungen, insbesondere das Kupferstichkabinett, die Glassammlung, die Rüstungs- und Waffensammlung, eine Vielzahl von Prunkwagen und Turnierschlitten sowie eine Gemälde- und Skulpturensammlung unter anderem mit Werken von Lucas Cranach dem Älteren und Tilman Riemenschneider.