© Lea Löffler

Heute

Wandelkonzert in Ahorn

Auf einen Blick


mit den Violoncellisten Gerhart Darmstadt und Christoph von Erffa

Werke von Frescobaldi, Gabrielli, J. Ch. F. Bach, Beethoven u. a.

In der Ahorner Kirche erklingt eine Canzone des frühbarocken Girolamo Frescobaldi, sie führt musikalisch in die Zeit des bedeutenden von Johann Werner und Veit Dümpel 1616 für Wilhelm und Anna von Streitberg geschaffenen Epitaphs. Es folgt eine unveröffentlichte Sonate von Vittorio Durante aus der Mitte des 18. Jahrhunderts aus der Bibliothek der Grafen Schönborn in Wiesentheid. 

„Dem Glück Eurer Liebe verdanken wir das Unsrige“ lautet die Inschrift eines Denkmals im Schlossgarten, das vier Kinder ihren Eltern zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesetzt haben. Hier erklingt ein kleines, original für Mandoline und Klavier komponiertes Werk von Ludwig van Beethoven in der Bearbeitung für zwei Violoncelli.

Im Treppenturm des Schlosses, auf der kunstvollen „freischwebenden“ Wendeltreppe spielen die Musiker einen Kanon des Bologneser Cellomeisters Domenico Gabrielli aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Im kleinen Innenhof des Schlosses erklingt dann eine Sonate für Violoncello und Basso continuo von Johann Christoph Friedrich Bach, 1770 von dessen Bruder Carl Philipp Emanuel in seiner Zeitschrift „Musikalisches Vielerley“ veröffentlicht. Das vom Soloinstrument verwendete Register lässt darauf schließen, dass es für ein „Violoncello piccolo“ komponiert wurde. Diese fünfsaitigen Instrumente wurden vorwiegend im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts verwendet und sollten die Registerlücke zwischen Viola und dem viersaitigen Violoncello durch eine hinzugefügte höhere Saite überbrücken. Später setzte sich auf dem Cello das Spiel in höheren Lagen mittels Daumenaufsatz durch und die fünfsaitigen „Violoncelli piccoli“ gerieten in Vergessenheit. Im kleinen Innenhof schließt sich dann ein Duo des Niederländers Jacob Klein aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts an.

Die Musiker spielen auf historischen Instrumenten bzw. Nachbauten solcher.

Gerhart Darmstadt studierte bei Nikolaus Harnoncourt und Anner Bylsma und ist Professor für Barockvioloncello, Historische Aufführungspraxis und Kammermusik an der Hamburger Musikhochschule. Er zählt zu den führenden deutschen Barockvioloncellisten. 2023 hat er eine CD mit Werken des 18. Jahrhunderts für Gambe und Violoncello veröffentlicht.

Christoph von Erffa, Schüler von Werner Taube, Gerhard Mantel und Maurice Gendron, lehrte viele Jahre an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Sein Repertoire reicht von den Anfängen der Celloliteratur um 1700 bis zu zeitgenössischen Werken. Häufig trat er - auch mit ihm gewidmeten Werken - bei den Tagen für Neue Musik in Darmstadt auf. 2024 erschien in Zusammenarbeit mit dem elektronisch komponierenden Nikolaus Heyduck seine Improvisation „Horizonte“ auf CD.

Beide Musiker haben eine Verbindung zu Ahorn: Christoph von Erffa wuchs dort auf, und Gerhart Darmstadts Mutter verbrachte während des 2. Weltkriegs eine Zeit im Ahorner Pfarrhaus bei ihrem Bruder Walther Foertsch, der dort von 1939 bis zur Kriegsmitte die Pfarrstelle innehatte.

Insofern ist es naheliegend, dass willkommene Spenden der Renovierung des Pfarrhauses zugutekommen.

Im Regenfall erklingen alle Werke in der Kirche.

Termine im Überblick

Auf der Karte

Veranstalter

Christoph v. Erffa
Schlossstraße 69
64297 Darmstadt

Tel.: 06151 / 593601

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