Besonders in der Adventszeit entfaltet die Glaskunst ihre ganze Strahlkraft, wenn funkelnde Ausstellungen, Märkte und Schauräume die Region in eine stimmungsvolle, gläserne Erlebniswelt verwandeln.
Lauscha – Wie die Christbaumkugel die Welt eroberte
Im Zentrum der regionalen Glastradition steht Lauscha, das als Wiege der Kunstglasbläserei gilt. Hier wird bis heute die Geschichte vom armen Glasbläser erzählt, der für seine Kinder keine echten Früchte für den Weihnachtsbaum kaufen konnte und stattdessen gläserne Kugeln formte – der Ursprung der heutigen Christbaumkugel.
Historisch belegt ist die Christbaumkugel erstmals im Jahr 1847 in den Auftragsbüchern eines Lauschaer Glasbläsers. Bald darauf folgten kunstvolle Glasfrüchte, Nüsse und zahlreiche weitere Formen, die ihren Weg in die ganze Welt fanden. Die Herstellung des gläsernen Christbaumschmucks in Lauscha wurde im Jahr 2021 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und würdigt damit die besondere handwerkliche Tradition der Region. Die Entwicklung dieses einzigartigen Handwerks von den Anfängen im Mittelalter bis in die Gegenwart wird im Museum für Glaskunst Lauscha eindrucksvoll dokumentiert.
Glaskunst zwischen Residenzstadt und moderner Gestaltung
Auch die Geschichte der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha trägt zur bedeutenden Glastradition der Region bei. Ihre Sammelleidenschaft legte den Grundstein für eine herausragende Glaskollektion, die heute in der Veste Coburg zu sehen ist. Besonders bemerkenswert ist dabei auch venezianische Glaskunst aus dem 15. bis 17. Jahrhundert.
In Rödental präsentiert das Europäische Museum für Modernes Glas im Schlosspark Rosenau internationale Glaskunst von den 1960er Jahren bis heute. Skulpturen, Installationen und experimentelle Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und zeitgenössisch das Medium Glas interpretiert wird.
Lebendiges Handwerk mit Tradition und Zukunft
Zwischen Rennsteig und Coburg ist die Glasmacherkunst bis heute lebendig. Zahlreiche Glashütten bewahren traditionelle Techniken und geben das Wissen über Generationen hinweg weiter, während gleichzeitig neue Formen und Designs entstehen. Besucher können Glasbläsern bei der Arbeit über die Schulter schauen, in Werksverkäufen und Geschäften einzigartige Unikate entdecken oder auf Weihnachtsmärkten die besondere Atmosphäre handgefertigter Glaskunst erleben.
Mit etwas Glück besteht sogar die Möglichkeit, selbst einen Einblick in das Glasblasen zu erhalten und die Kunst des Formens von glühendem Glas auszuprobieren.
Weitere Informationen zu Museen, Ausstellungen, Glashütten und Angeboten bietet die Broschüre „Glaskunst in Coburg.Rennsteig“, die kostenfrei über die Geschäftsstelle des Tourismusregion Coburg.Rennsteig e.V. erhältlich ist.

