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Schloss Rosenau

Schloss Rosenau gehörte zu Queen Victorias Lieblingsorten. Vielleicht lag das daran, dass dort ihr geliebter Mann Albert von Sachsen-Coburg und Gotha geboren wurde. Das Anwesen liegt etwas außerhalb in einem romantischen englischen Landschaftspark und bietet prachtvolle Räumlichkeiten und originales Mobiliar, das besichtigt werden kann. Herausragend sind Marmorsaal und Orangerie.

Schloss Rosenau in Rödental bei Coburg © Henry Czauderna | thueringen.info
Schloss Rosenau im Coburger Land im Winter
Schloss Rosenau in Rödental bei Coburg © Henry Czauderna | thueringen.info
Schloss Rosenau im Coburger Land im Winter

„Wäre ich nicht, was ich bin, so hätte ich hier mein wirkliches Zuhause“

Schloss Rosenau spielt in der Geschichte europäischer Dynastien zweifellos eine Rolle, wie sie kein zweites mal besetzt werden könnte. Schließlich galt über Jahrhunderte der Grundsatz „Wen man nicht besiegen kann, mit dem muss man sich verheiraten“. Und doch kam es in Adelskreisen ganz selten zu Liebesgeschichten, die gut in politische Interessen passten und schließlich in eine glückliche Ehe mündeten. Schauplatz einer solchen, tatsächlich weltbewegenden Geschichte war das Schloss Rosenau in Rödental.

Der Coburger Herzog Franz Friedrich Anton, ebenso erfahrener wie erfolgreicher Drahtzieher feudaler Zweckehen, kaufte 1805 das zwischenzeitlich heruntergekommene Schlösschen mit Ursprüngen 14. Jahrhundert auf Drängen seines Sohnes Ernst. Er hatte bereits seine künftige Sommerresidenz vor Augen und ließ das Idyllisch gelegene Anwesen sogleich im neugotischen Stil umbauen und den umgebenden Park als englischen Garten neu anlegen. Bis 1817 dauerten die Arbeiten, zu denen der damals noch junge Berliner Architekt Karl Friedrich Schinkel die Pläne lieferte.

Die Wiege der europäischen Monarchie

1819 wurde in Schloss Rosenau Prinz Albert, der spätere Ehemann von Queen Victoria von Großbritannien und berühmteste Vertreter des Herzogtums geboren. 15 Jahre lang durchlief Albert hier ein umfassendes Erziehungsprogramm durch den Gymnasiallehrer Johann Christoph Florschütz, das ihm breite Kenntnisse in Deutsch, Geschichte, Naturwissenschaften, Philosophie und Geographie bescherte. Albert reifte zu einer Persönlichkeit, die Zeitgenossen als „umsichtig, willensstark und wissensdurstig, begabt mit Pflichtgefühl, schneller Auffassungsgabe und gesundem Menschenverstand“ beschrieben. Damit war ein Grundstein für die Anforderungen an einen künftigen Prinzgemahl gelegt.

Im weiteren Verlauf sprang Albert das Glück zur Seite. Als dem britischen Königreich die Thronfolger auszugehen drohten, stellte Leopold I., Alberts Onkel und König der Belgier, seinen Neffen der jungen britischen Königin Victoria vor. „Ich erblickte Albert mit einiger Bewegung, er ist schön“ schrieb sie am 10. Oktober 1839 in ihr Tagebuch und hielt vier Tage später um seine Hand an – das Protokoll verlangte es so herum.

Die Ehe der beiden ist als ausgesprochen glücklich überliefert, neun gemeinsame Kinder zeugen davon. Am Hofe dagegen hatte es der Prinzgemahl aus dem kleinen Coburger Herzogshaus dagegen schwer. Das änderte sich erst 1840, als Albert offiziell Chefberater Victorias wurde und begann, sich sozial zu engagieren. Er konzipierte Arbeiterwohnungen, organisierte und plante die erste Weltausstellung 1851 in London. 1847 wählte ihn die Universität Cambridge zum Kanzler, 1860 wurde er Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina. Bereits 1857 verlieh man ihm doch noch den anfangs verweigerten Titel als Prinzgemahl. Das Paar besuchte mehrmals Schloss Rosenau, auch nach Alberts Tod 1861 kehrte Victoria öfters hierher zurück und erholte sich in den weitläufigen Parkanlagen von ihren Staatsgeschäften. Ihrem geliebten Albert fühlte sich die Königin hier in der Zeit ihrer 40 Jahre dauernden Trauer besonders nah. Überliefert ist Victorias vielsagender Eintrag im Tagebuch, in das sie schrieb: “Wäre ich nicht, was ich bin, so ware hier mein wirkliches Zuhause.”

 

Details und Informationen

Schloss und Park Rosenau
Rosenau 1
96472 Rödental

Öffnungszeiten:

01. April bis 03. Oktober
09:00 - 18:00 Uhr
(letzte Führung 17:00 Uhr)

04. Oktober bis März:
10:00 - 16:00 Uhr
(letzte Führung 15:00 Uhr)

Montags geschlossen

Geschlossen am: 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25., 31. Dezember

Der Park Rosenau ist immer zugänglich.

Schloss Rosenau - Karte

Museum Schloss Rosenau

Heute ist das vorbildlich restaurierte Schloss Rosenau als Museum wieder öffentlich zugänglich. In einer rund einstündigen Führung durch die beiden unteren Stockwerke erleben Besucher alle Räume mit dem Mobiliar aus der Biedermeierzeit und erfahren Hintergründe über das Herzogtum Coburg-Sachsen und Gotha.

Im Marmorsaal, der sich über die gesamte südliche Gebäudetiefe und ein Drittel des Erdgeschosses ausdehnt, finden regelmäßig Sommerkonzerte statt. Stuckmarmor und vergoldete Ornamente, spitzbogige Flügeltüren und aus Holz geschnitzte, vergoldete Lüster sorgen darin für ein mittelalterliches Erscheinungsbild. Auch die benachbarte kleine Bibliothek ist mit zeitgenössischen Gemälden in den Spitzbogenfeldern lebendiges Zeugnis der romantisch-sentimentalen Gesinnung von Herzog Ernst I., die sich in seiner Leidenschaft für mittelalterliche Motive ausdrückte.

Erdgeschoss und obere Stockwerke werden durch den charakteristischen Treppenturm verbunden. Im Hauptgeschoss befinden sich die Balkonzimmer, die Gesellschaftszimmer und die ehemaligen herzoglichen Wohnräume mit dem Salon und dem Schlafzimmer des Herzogs sowie dem Kabinett der Herzogin. Wand- und Deckenmalereien wurden nach historischen Dokumenten und Motiven rekonstruiert, die sich auf Fotografien und Aquarellen der Räume in Schloss Windsor aus der Zeit um 1845 finden. Auch die Einrichtung, nur noch zum Teil im Originalzustand erhalten, wurde unter Zuhilfenahme historischer Bild- und Textquellen ergänzt.